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Man fragt sich ob es in einer Stadt für die es offenbar keine
Maßstäbe gibt, überhaupt normale Menschen geben kann? Unter den
Millionen Einwohnern dieser Metropole leben einige der talentiertesten
Köpfe dieser Welt: Filmemacher, Künstler,Schriftsteller, Schauspieler,
Musiker, Models und so könnte man die Liste noch einige Zeit fortsetzten.
Auf der Gesamtfläche von New York City leben mehr Millionäre und
Milliardäre als sonst wo in den USA, doch im Gegensatz dazu gibt es auch
dreimal so viele Obdachlose. Auch diese sozialen Gegensätze gehören zum
Bild des multikulturellen New York.
In einem Song von Frank Sinatra heißt es: "If I can make it there,
I'll make it anywhere". Wenn ich es hier schaffe, schaffe ich es überall.
Doch man muss damit klar kommen, dass die New Yorker Ego-Menschen
sind und man wird sich nicht entziehen können selbst einer zu werden,
denn nur so kann man in dieser Stadt überhaupt leben. Dabei muss noch
gesagt werden, dass man am besten als Single zurecht kommt. In einer
Stadt wo Karriere und Geld soviel zählt wie sonst nur an wenigen Orten
ist es so einfach am besten.
Die öffentlichen Schulen in New York City haben leider den Ruf die
schlechtesten im Land zu sein. Aus diesem Grund schicken die meisten
wohlhabende Eltern ihre Kinder auf Privatschulen oder Schulen
außerhalb der Stadt.
Die Bevölkerungsschicht die man in New York größten Teils antrifft ist
relativ jung, wie schon gesagt meist egoistisch und sehr wohlhabend.
Durch diese Leute können sich die unzähligen Restaurants, Bars, Kinos,
Theater, Galerien, Buchläden, Fitness-Studios und Museen überhaupt halten.
Doch all diese Eigenschaften treffen meist auch nur auf die sogenannten
Manhattenies zu, die in Vierteln wie Upper East und West, Greenwich Village
und SoHo leben. Deshalb sprechen die Menschen aus Brooklyn, Queens
oder New Jersey auch oft von den arroganten Manhattenies. Und diese
bleiben auch meist von Manhattan fern. Das liegt auch daran, das sich
die Lebensstile der Viertel sehr unterscheiden, aber auch aus finanziellen
Gründen. Ein Stellplatz für ein Auto am Hudson River kostet 150 $ pro
Monat, ein Garagenplatz mehr als das doppelte. Menschen die trotzdem
noch ein wenig Geld auf der hohen Kante haben geben es oft für
Therapeuten aus. Mit dieser Stadt der Superlative wird eben nicht
jeder fertig. Probleme werden auch nicht dem besten freund erzählt,
dafür gibt es den Therapeuten. Andere versuchen die Eindrücke mit Sport
zu bewältigen. Reiche für 1000 $ in Health Clubs, die anderen in den
Parks oder in den eingezäunten "Playgrounds" für Basketball oder
Tennis, die man überall findet.
New York ist auch der Traum von Ruhm, Karriere, Toleranz und vieles mehr.
Doch der Durchbruch ist schwer. Obwohl es viele Erfolgsgeschichten gibt
die nach dem Motto "Vom Tellerwäscher zum Millionär" funktionieren, ist
das nicht die Realität. Es ist schwer in dieser Stadt Fuß zu fassen und
erst recht groß raus zukommen. Die Menschen kommen aus allen Ländern
der Welt, was das multikulturelle Leben kennzeichnet, und nehmen
schlechtbezahlte Jobs wie Serviererin oder Babysitter an. Wenn sie sich
es dann so eben finanzieren können, tanzen, singen, und trainieren sie
bis zum erbrechen. Aber es sei gewarnt, dass der Durchbruch nur wenigen
gelingt. Mann sollte sich also sehr sehr genau überlagen ob man alle
Zelte in der Heimat abbricht und in New York ein Leben beginnt. Klar,
wer es schafft, dem stehen alle Türen offen aber es sei gesagt,
nur wer es schafft.
Jedes Volk ist im Big Apple vertreten. Ob aus der Karibik, Afrika,
Südamerika, Südostasien oder Europa. Besonders auch aus politischen
Krisengebiete. Aus diesem Grund färben politische Konflikte auch immer
wieder in New York ab. Gibt es eine Krise im Nahen Osten zünden Islamische
Fundamentalisten eine Bombe im nächsten Skyscraper. Die größte
Bevölkerungsschicht ist mit der Zeit die hispanische Bevölkerung geworden.
Zusammen mit der afroamerikanischen Bevölkerung machen sie knapp die
Hälfte der New Yorker Bevölkerung aus. Darum sind auch schon viele
Schilder und Reklametafeln zweisprachig oder ganz auf Spanisch. Es gibt
spanische Zeitungen, Radiosender und Schulen. Die bekanntesten
internationalen Viertel sind Harlem, Chinatown oder auch Little Italy.
Doch die meisten nicht einheimischen leben außerhalb Manhattans, so zum
Beispiel in Queens, Brooklyn oder der Bronx. Die verschiedenen
Nationalitäten bilden sogenannte "Communities". Die ukrainischen
Communities liegen zum Beispiel an der Grenze zu den polnischen und
russischen Communities. In diesen Gebieten glaubt man wirklich nicht,
dass man sich in New York City befindet. Von Integration will dort niemand
etwas wissen, denn jeder legt wert darauf seine Kultur zu bewahren. Ich
stelle es mir einfach fantastisch vor, einmal durch die
unterschiedlichsten Viertel zu gehen und in jede Kultur einmal reinzuschauen.
Ein Trip durch New York ist schon wie eine kleine Weltreise.
Doch wie immer gibt es auch Schattenseiten des internationalen Zusammenleben.
Minderheiten fühlen sich unterdrückt, andere werden terrorisiert.
Kriminalität, Drogen, Gewalt und soziale Abgründe in Teilen der Bronx
oder East New York. Hass und Gewalt können jederzeit ein unkontrollierbares
Problem werden. Bei Jugendlichen in Schwarzen-Vierteln beträgt die
Arbeitslosenquote 30 Prozent, in der Bronx erhalten die hälfte der
Jugendlichen Sozialhilfe und Mord ist die häufigste Todesursachen unter
Afroamerikanern. In New York sind ca. 60000 Menschen Obdachlos und es
werden nicht weniger.
Dies alles spielt sich rund um das blank geputzte Manhattan ab. Als
Sightseeing Tourist bekommt man von alldem oft nichts mit, denn Obdachlose
werden aus U-Bahn Schächten entfernt, Kartonsiedlungen werden geräumt und
Menschen die (um sich ein wenig Trinkgeld verdienen wollen) mit Lumpen
Autoscheiben putzen werden wegen Nötigung eingebuchtet. Doch ich bin der
Meinung, wenn man schon mal in so einer Metropole zu Besuch ist sollte man
sich alle Seiten anschauen um sich ein 100 prozentiges Bild machen zu
können. Also ich glaube, dass beste ist ohne Vorurteile nach New York zu
kommen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Danach kann man immer
noch entscheiden ob New York: JA oder NEIN.
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